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CHRONIK

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Kleine Chronik zum "Gasthaus
Staude"
Der erste, der im Jahr 1657 wieder
ein Gasthaus führen wollte, war Georg Blessinger. Ihm stellte der
Obervogt Sebastian Hildebrandt den Betrieb "wegen vihler erheblichen
Ursachen willen" ein.
1674 unternahm als zweiter Andreas Kuoner
an der württembergischen Grenze, zwischen Langenschiltach und
Gremmelsbach, wohl an der "Staude", einen erneuten Anlauf. Er
erfuhr für sein Vorhaben einerseits starke Ablehnung oder begeisterte
Unterstützung. Die Gemeinde Nußbach und ihr Vogt Jacob Fehrenbach als
Gegner untersuchten einmal die charakterlichen Eigenschaften und zum
anderen die wirtschaftlichen Verhältnisse von Kuoners. Er sei ein
schlechter Haushalter und habe "nur ein klein schlechtes
Tagslohnerhäußlein", das nicht einmal an der Landstraße liege. Es
würde ja nur ein "Tanzblaz" und der Kirchbesuch werde, so der
Kaplan von Nußbach, vernachlässigt. Für Ihn war das Gasthaus "eine
gantze Stunde wegs auff der heid und ahn wirtbergischen teritorien
gelegen, alwo sich dys Junge volg in allerhand Gelegenheiten danzten,
spilen, sauffen, fressen, bei tag und nacht allwo weder christlich, noch
weltlich obrigkeit kein obsicht nit haben kan". Die Jugend sowie
"auch andere liederliche Pfarrkinder" könnten sich an
heimlichen Ort zusammenrotten, sie seien nicht in der Rosenkranz und in
die Christenlehre zu bringen.
Dagegen Zuspruch durch den Gremmelbacher
Vogt Jacob Weinackher. Das Gasthaus sei nicht nur "denen
Gremmelsbachisch Ambtsangehörigen wohlbekömmlich", es liege auch an
einer "gangbaren Straße" an der württembergischen Grenze, es
würde von Fremden und Durchreisenden ständig besucht werden, die Steuer
würde "hieher gezogen" und das herrschaftliche Interesse würde
"umb ein merkliches gebessert". Die Genehmigungwurde so am 26.
Juli 1674 erteilt, aber am 10. September wurde die Konzession wieder
zurückgenommen.
Vogt und Wirt mußten in Triberg
erscheinen, wo ihnen die obrigkeitliche Mitteilung "abgelesen"
wurde. Der Grund war der, daß der neue Wirt keinerlei Kredit bekam, Wein
und Lebensmittel mußten bar bezahlt werden, vom Fleisch ganz zu
schweigen. Dagegen verlangte er für Wein und Brot einen zu hohen Preis.
Mehr noch! Kuoner konnte auch nicht sogleich die Steuer aufbringen.
Kuoner machte sich jetzt für Unerhörtes
die Abgelegenheit seines Hauses zunutze. Er lagerte am 2. Oktober "uf
ein Neyes mehr als zwei Saumb" (300 Liter) ein. Als er sich wieder
unbeobachtet glaubte, hat er gleich darauf in seinem Häuslein eine drei
Tage lang wehrende Hochzeit gehabt.
Die endgültige Erlaubnis für eine
"Würthschaft" bekam die "Staude" ohne jede
Schwierigkeit am 1. September 1683 auf Bitten des damaligen Vogts Marx
Faller, der auch Wirt auf der "Staude" war, vom Obervogt Johann
Heinrich Moser von Weiler. Die vorderösterreichische Regierung und Kammer
in Freiburg hatte ihm hierzu am 27. August die Vollmacht erteilt.
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